Gela in Wien

2.1.06

neues jahr, neuer blog

endlich ist es soweit. mein neuer blog ist fertig und von nun an könnt ihr meine abenteuer in wien auf gela.niepi.org nachlesen. ein bißchen muss ich (oder eher thomas) noch daran rumwerkeln, aber die neue aufmachnung gefällt mir schon sehr. diese seite hier bleibt erstmal bestehen nur schreiben werde ich hier nichts mehr.

20.12.05

halbzeit

jetzt wird es doch mal wieder zeit etwas zu schreiben. war bißchen schwierig in der letzten zeit an meinen rechner zu kommen. dominique hat ihn für sich entdeckt und verbringt nun tag und nacht daran. wenn ich ihn mir doch mal ergattert habe darf ich nicht wieder vom schreibtisch aufstehen. selbst wenn ich nur losgehe, um taschentücher zu holen, hat sie sofort meinen platz eingenommen. es hat keinen zweck sich aufzuregen. erstmal hasse ich auseinandersetzungen, da bin ich echt feige. zweitens bin ich eh kaum da bei drei jobs und drittens zieht sie am donnerstag aus. sie hat eine stelle in einem der vielen ski-(hier schi geschrieben)gebiete. die pension ist mitten in den bergen und ich werd sie auf jeden fall dort noch besuchen, denn da gibt es schnee. richtigen schnee, nicht so ein grauer matsch! meine praktikumszeit geht zu ende. ich werde aber sicher so lange ich noch in wien bin öfter mal dort vorbeischauen. besonders weil ich ja noch die arbeit schreiben muss. heute abend ist eine abschließende weihnachtsfeier und dann war es das hier für mich. thomas und seine eltern kommen morgen, da werd ich nicht zum prak gehen und zwischen weihnachten und neujahr ist die einrichtung eh geschlossen. einige meiner kollegen werden mir sicher fehlen, aber hab ja noch zwei monate in wien. das heißt ich habe praktische halbzeit, also kann ich auch mal ein vorläufiges fazit bringen. natürlich ist wien eine tolle stadt, aber ich bin mir sicher, dass mir eine andere stadt für ein halbes jahr ebenso gefallen hätte. insbesondere weil man seine zeit doch wider erwarten eher mit leuten verbringt, die man erst hier kennen gelernt hat, als mit denen, die man schon kannte. ich will nicht, dass das jemand als vorwurf oder so versteht. es entwickelt sich einfach so, weil jeder im stress ist und kaum zeit für sich selbst findet, geschweige denn für freunde. die wiener wirken oft grantig, was man den berlinern aber ebenso nachsagt und was ich auch schon vorher wußte. dominique die canadierin beschreibt die wiener als sozial inkompetent, was ich vor allem dann bestätigen kann, wenn ich mit dem 13a nach hause will und der bus für die strecke statt 10 minuten ne dreiviertel stunde braucht, weil der busfahrer alle leute einsteigen läßt, egal wie voll der bus schon ist. man klebt dann förmlich an der fensterscheibe und wartet nur darauf, dass der bus endlich weiterfährt, was er aber nicht kann, weil die türen wegen der vielen leute bockiert sind und diese nicht kapieren, dass sich die tür auch nicht schließen wird, wenn sie weiterhin dort stehen. dem busfahrer ist es egal und er läßt weiter fröhlich einsteigen. ich platze fast vor wut, kann aber nicht raus, weil ich zwischen echten pelzen eingeklemmt bin. so stehen wir also an jeder haltestelle 10 minuten bis jemand ausflippt und rumbrüllt die idioten an der tür sollen doch endlich mal aussteigen, damit wir weiter können. die idioten sind auch nur nur müde leute die nach hause wollen und bewegen sich deshalb keinen centimeter. gott sei dank ist wien nicht sonderlich groß, weshalb ich inzwischen immer öfter zu fuß gehe. das bringt mich zum nächsten punkt. man darf nicht öffentlich sagen, das wien nicht die größte und tollste stadt der welt ist und sich als deutsche überhaupt kritisch zu österreich zu äußern wird gar nicht gern gesehen. manchmal habe ich das gefühl sie haben minderwertigkeitskomplexe. diese ständigen spitzen gegen deutsche in radiosendungen sind nervend. ich kann bei dem einen job nur so einen bescheuerten sender hören und bla bla natürlich weiß ich, dass nicht alle so sind, aber ich weiß einfach nicht wozu das gut sein soll. ich kann mich nicht erinnern, jemals blöde witze über österreicher gehört zu haben. ich habe ja noch den vorteil hier ein kaum bezahltes prak in einem schwierigen berufsfeld zu machen und nicht hier zu studieren. ich weiß von etlichen studenten, die sich in der uni gar nicht trauen zu sagen, dass sie deutsche sind, weil dann gleich heftige streits anfangen wegen der unisituation. das hört sich alles irgendwie schlecht an. das soll es nicht, denn es gibt hier viele dinge die mir gefallen. auf die müßt ihr allerdings bis zum nächsten eintrag warten, denn ich hab gleich einen jugendlichen in der beratung, für den ich noch was vorbereiten muss. sollte ich es vor weihnachten nicht mehr schaffen zu schreiben...schöne feiertage euch allen!

11.12.05

dom und ich wieder vereint

sicher könnt ihr euch noch an dominique, meine kleine französisch-canadische zimmerteilerin aus dem bereits verdrängtem wohnheim erinnern. sie ist ja damals ausgezogen um eine au pair stelle anzutreten. nun ja, die familie war wohl nicht die beste wahl, denn man hat sie gerade auf ziemlich üble weise gefeuert. sie hätte dort bleiben können, bis sie was neues gefunden hat, aber die situation war so schlecht, dass ich ihr gesagt habe, sie soll doch lieber hierher kommen. "weil du soviel platz hast?" fragte thomas, nein weil ich vielleicht doch ein gutes herz habe!

8.12.05

bin ja kontaktfreudig...

aber vielleicht sollte ich mir eine andere haltestelle suchen?

7.12.05

aufgabe einer praktikantin

hab euch mal schnell zwei nette fotos von unserer vernissage besorgt. meine aufgabe war es die leute zu fotografieren und dann die bilder an eine große wand zu kleben, wo jeder seinen traumberuf dazuschreiben mußte. zur zeit läuft es hier ganz gut. vielleicht auch, weil eine weihnachtsfeier die nächste jagt und es überall kostenloses essen gibt. inzwischen läd man mich schon direkt ein: "wäre das nicht was für eure praktikantin? da gibts auch ein buffet, dann braucht sie nichts einzukaufen!" sind sie nicht lieb?

3.12.05

sieben, nee drei!

irgendwas läuft hier falsch. es ist gerade mal drei uhr und draußen ist es so dunkel, dass ich schon mehrmals auf sämtlichen uhren des hausen nachschauen mußte, ob die uhrzeit wirklich stimmt. könnte schwören es ist abend und meine motivation in so eine "15 uhr dunkle stadt" hinaus zu gehen ist gleich null. da wittme ich mich doch lieber so wichtigen dingen wie eine vorweihnachtliche rumkugel zu essen. das geht immer!

1.12.05

urlaubsreif

hab grad was nettes bei google gefunden. vielleicht sollte ich hier meinen nächsten urlaub verbringen? Gela auf Sizilien

wähle! job 1; 2 oder 3

ein sehr aufmerksamer leser (mein vater) hat mir gerade mitgeteilt, dass ich lange nichts geschrieben habe und er doch mal bitte was neues von meinem aufregenden leben in wien erfahren möchte. na dann mal los! job nummer 1 (konsument): zu weihnachten bestellen die leute ja alles wie bekloppt, egal ob abos oder bücher über hunde und katzen, es läßt sich alles verschenken. die vertriebsstelle bräuchte unbedingt noch eine aushilfe, denn ich allein kann das unmöglich alles einpacken und verschicken. wer schon mal mit papier gearbeitet hat, weiß auch ungefähr wie scharf das zeug ist. ich hab schon schnitte an den armen, die mich wie ein borderline opfer aussehenlassen. ansonsten ist die arbeit sehr meditativ, weil ich die ganze zeit allein an einem riesigen schreibtisch stehe und die bestellungen eintüte und frankiere. eine nach der anderen! job nummer 2 (museum): montag hatten wir ein treffen, um den einsatzplan für dezember zu besprechen. meine spezielle freundin doreen (nichts gegen dich schubi) hat mal wieder ihren status bestätigt. sie ist über weihnachten zwei wochen lang nicht da, möchte aber alle ihre verpaßten schichten danach nachholen. weil dann aber alle anderen zu kurz kommen, hab ich ihr irgendwann gesagt, daß das doch nicht unser problem ist. wenn sie für so lange weg ist, muß sie einfach damit rechnen, dass sie weniger schichten hat. ich hab ja gar nichts dagegen ihr eine oder zwei mehr schichten zu geben (bin ja auch sozial eingestellt) aber, dass sie auf alle sechs schichten besteht fand ich dann doch ein wenig dreist. ein weiteres problem ist, dass wir noch immer zu viele leute sind. die letzten zwei, die dazu gekommen sind (paula und lara) sollten laut cheffin schon nach zwei wochen wieder gekündigt werden. das hatte man ihnen auch schon mitgeteilt, dennoch haben sie ihre schichten bis dezember gemacht. es ist nicht so, dass ich sie nicht mag. ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn sie bleiben könnten, weil sie wirklich super sind. auf doreen kann ich ohne probleme verzichten, besonders weil sie abends nie geld wechseln geht und ich dann morgens nur mit einem hunderter im wechselgeld da stehe. nun hatte ich angenommen, dass paula und lara dann zum ende november gekündigt werden, aber weil die cheffin krank ist oder zu feige mal ein machtwort zu sprechen, krebsen wir jetzt weiter mit fünf mann herum. die ausstellung ist so gut besucht wie das alte museum unten und jeder braucht geld, also könnt ihr euch vorstellen, wie um die schichten gefeilscht wird. jetzt haben wir die pläne gemacht, aber und das ist doch sehr makaber, wir haben für jede der schichten immer einen ersatzmann in klammern dahinter geschrieben damit, falls sie nun doch noch gekündigt werden jemand parat steht. super oder? da fühlt man sich doch sicher in seinem job! job nummer 3 (praktikum): gestern hatten wir eine vernissage mit buffet und getränken, weshalb ich auch heute noch ein wenig angeschlagen bin. nicht wegen der sauferei, sondern weil ich von 9 bis 23 uhr durchgeschufftet hab und das auch noch mit einer erkältung, die ich versuche zu ignorieren, weil ich zu viel mit den jobs zu tun habe, um krank zu werden. die ausstellung dreht sich um traumberufe. dafür haben wir mit behinderten jugendlichen und einer maltherapeutin bilder oder collagen angefertigt. das fest war ganz schön, fotos gibts aber leider noch keine zu sehen. ansonsten hab ich einen neuen fall zugewiesen bekommen, den ersten termin mit dem jungen mann habe ich aber erst nächste woche. mal sehen was dann zu tun ist. so, was gibts sonst noch schnell zu erzählen, muss nämlich gleich von job 3 zu job 2 wechseln. letztes wochenende war thomas da und es war natürlich ganz toll. diesmal ist mir der abschied auch nicht mehr ganz so schwer gefallen. ich hatte gerade als ich in meiner wohnung ankam, aufgehört zu heulen. das nenne ich einen fortschritt, wenn ich an das letzte mal denke, wo ich noch weinend ne halbe stunde auf dem busbahnhof stand, bevor ich überhaupt einen schritt tun konnte. jetzt wird es aber wirklich zeit für mich zu gehen. viele grüße mal wieder an alle und weiß einer was von miri? ist paul schon auf der welt?